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HOAI-Leistungsphasen in der Elektroplanung einfach erklärt

3 PHASEN Team

HOAI-konforme Elektroplanung

9 Min. Lesezeit

Die HOAI-Leistungsphasen gliedern eine Elektroplanung in neun aufeinander aufbauende Schritte: von der Grundlagenermittlung (LP1) über Entwurf, Genehmigung und Ausführungsplanung bis zu Vergabe, Objektüberwachung und Objektbetreuung (LP9). Sie machen sichtbar, welche Ergebnisse beauftragt werden und wer wofür verantwortlich ist.

Was sind die HOAI-Leistungsphasen?

Für die Technische Ausrüstung beschreibt die HOAI einen strukturierten Planungsprozess. Nicht jedes Projekt benötigt automatisch alle Phasen. Entscheidend sind Projektstand, Risiko und das Ergebnis, das als Nächstes gebraucht wird. Die detaillierte HOAI-Fachplanung LP1 bis LP9 schafft dafür eine nachvollziehbare Leistungsgrenze.

Was passiert in LP1 bis LP9 der Elektroplanung?

  1. LP1 – Grundlagenermittlung: Aufgabenstellung, Bestand, Ziele, Termine und Beteiligte werden geklärt.
  2. LP2 – Vorplanung: Planungskonzept, Varianten, Schnittstellen und ein erster Kostenrahmen entstehen.
  3. LP3 – Entwurfsplanung: Das abgestimmte Konzept wird technisch durchgearbeitet und kostenmäßig konkretisiert.
  4. LP4 – Genehmigungsplanung: Erforderliche Unterlagen und Abstimmungen für öffentlich-rechtliche Verfahren werden vorbereitet.
  5. LP5 – Ausführungsplanung: Die Planung wird so detailliert, dass sie als Grundlage für die Ausführung dienen kann.
  6. LP6 – Vorbereitung der Vergabe: Mengen und Leistungen werden in einer prüfbaren Leistungsbeschreibung zusammengeführt.
  7. LP7 – Mitwirkung bei der Vergabe: Angebote werden geprüft, verglichen und für die Vergabeentscheidung ausgewertet.
  8. LP8 – Objektüberwachung: Die Ausführung wird auf Übereinstimmung mit Planung, Qualität, Kosten und Terminen kontrolliert.
  9. LP9 – Objektbetreuung: Nach Fertigstellung werden Mängel- und Gewährleistungsthemen im vereinbarten Umfang begleitet.

Bei Elektrotechnik betreffen diese Schritte unter anderem Energieversorgung, Beleuchtung, Kommunikations- und Sicherheitstechnik, Ladeinfrastruktur und Gebäudeautomation. Ausführungsdetails der Firmen gehören nicht automatisch zur Fachplanung; dafür kann eine gesonderte Werk- und Montageplanung erforderlich sein.

Warum Bauherren davon profitieren

Eine saubere Leistungsabgrenzung verhindert Missverständnisse. Sie macht Angebote vergleichbarer und zeigt, welche Aufgaben das Planungsbüro übernimmt. Das ist besonders wichtig, wenn Architektur, TGA-Fachplaner und ausführende Unternehmen beteiligt sind. Früh geklärte Schnittstellen reduzieren das Risiko späterer Umplanungen.

Die HOAI ist dabei keine Garantie für Projekterfolg, sondern eine bewährte Struktur. Qualität entsteht durch klare Anforderungen, vollständige Informationen und fachgerechte Bearbeitung jeder beauftragten Phase. Wie sich der Umfang auf das Honorar auswirkt, erklärt der Beitrag „Was kostet eine Elektroplanung?“.

Welche Leistungsphasen beauftragen?

Bei Neubauten ist häufig eine durchgängige Planung sinnvoll, damit Entscheidungen aus LP1 bis LP3 später in Ausschreibung und Bauüberwachung konsistent bleiben. Bei Sanierungen kann zunächst eine belastbare Bestandsaufnahme mit Konzeptphase sinnvoll sein. Wer erst zur Ausschreibung einsteigt, muss prüfen, ob eine ausreichend detaillierte Ausführungsplanung vorliegt.

Auch eine stufenweise Beauftragung ist möglich. Sie sollte jedoch klare Übergabepunkte definieren: Welche Pläne, Berechnungen, Kostenstände und Freigaben liegen am Ende der Stufe vor? Nach der Ausführung sichert eine strukturierte Revisionsplanung die Dokumentation des tatsächlich gebauten Zustands.

Welche Fehler treten bei der Beauftragung häufig auf?

  • LP5 wird zu knapp angesetzt, obwohl komplexe Trassen und viele Schnittstellen bestehen.
  • Planung, Werkplanung und Ausführung werden sprachlich vermischt.
  • Leistungsgrenzen zwischen Elektro, Architektur, Brandschutz und weiteren TGA-Gewerken bleiben offen.
  • LP8 wird unterschätzt, obwohl laufende Qualitäts- und Terminprüfungen nötig sind.
  • Revisionsunterlagen und Betreiber-Dokumentation werden erst am Projektende thematisiert.

Welche Unterlagen braucht das Elektroplanungsbüro?

Für eine erste Einordnung helfen aktuelle Grundrisse, Nutzungsbeschreibung, Projektterminplan, vorhandene Bestands- oder Revisionsunterlagen und eine Liste gewünschter technischer Funktionen. Bei Projekten in Köln, NRW und deutschlandweit prüfen wir daraus, welche Leistungsphasen und besonderen Leistungen zum Projektstand passen.

Häufige Fragen zum Thema

Muss immer jede HOAI-Leistungsphase beauftragt werden?

Nein. Je nach Projekt können einzelne Phasen sinnvoll sein. Wichtig ist, dass Leistungsumfang und Verantwortlichkeiten eindeutig beschrieben werden.

Hilft die HOAI auch bei kleineren Projekten?

Ja, zumindest als Struktur. Auch kleinere Projekte profitieren von klaren Ergebnissen, nachvollziehbarer Planung und sauberer Abstimmung.

Was ist der Unterschied zwischen LP5 und Werkplanung?

LP5 konkretisiert die Fachplanung ausführungsreif. Die Werk- und Montageplanung beschreibt regelmäßig zusätzlich die unternehmens- und produktspezifische Umsetzung des ausführenden Betriebs. Die genaue Abgrenzung muss vertraglich festgelegt werden.

Welche Leistungsphase enthält die Ausschreibung?

In LP6 werden Vergabeunterlagen und Leistungsbeschreibungen vorbereitet. LP7 umfasst insbesondere Angebotsprüfung, Preisspiegel und Mitwirkung bei der Vergabe.

Wann ist LP8 Objektüberwachung sinnvoll?

LP8 ist besonders relevant, wenn die vertrags- und plangerechte Ausführung, Qualität, Termine, Kosten und Abnahmen fachlich begleitet werden sollen.

Kostenlose Vorbereitung

Checkliste: 12 Fragen vor dem Planungsstart

Klären Sie Projektstand, Ziele und benötigte Ergebnisse, bevor Sie Leistungsphasen beauftragen. Wir helfen bei der Einordnung.

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Kontaktieren Sie uns gerne für eine erste Einschätzung zu Ihrem Projekt. Wir helfen Ihnen dabei, Anforderungen, Leistungsumfang und nächste Schritte sauber einzuordnen.

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